Vifa Reykjavik Test

Mit dem Reykjavik schickt Vifa den ersten ultraportablen Bluetooth-Lautsprecher ins Rennen. Mit dem Helsinki und dem Oslo hat das Unternehmen bereits mit zwei absoluten Referenz-Lautsprechern vorgelegt. Ob der kleine Reykjavik klanglich mit den größeren Modellen mithalten kann soll der nachfolgende Testbericht zeigen.
Zum Video „Vifa Reykjavik im Sound-Vergleich“

Hier geht’s direkt zum Fazit inklusive Update zur Firmware 5.3

Technische Daten des Vifa Reykjavik

 
Vifa Reykjavik Test

Frequenzbereich: 62 Hz – 20 kHz bei +/- 3dB (Herstellerangabe)

Gewicht: ca. 600 g

Treiber: ein Woofer (70 mm) und zwei Tweeter (2 x 19 mm)

Abmessung: 65 x 139 mm

Wasserdicht: nein

Freisprechfunktion: ja




Verpackung und Ersteindruck des Vifa Reykjavik

 
Bei der Verpackung sowie der entsprechenden Präsentation des jeweiligen Produktes weiß man, wenn man andere Vifa Produkte, wie bspw. den Vifa Helsinki oder den Vifa Oslo kennt, dass einem hier einiges geboten wird. So auch beim Reykjavik! Der Lautsprecher kommt in einer sehr edlen schwarzen Verpackung daher. Hebt man den straff sitzenden Deckel herab, so findet man den Bluetooth-Lautsprecher sehr edel in einem harten Schaumstoff-Material gebettet. Neben dem Lautsprecher findet man ein USB auf USB-C Kabel zum Laden sowie die Anleitungen und ein kleines Transporttäschchen aus Stoff. Ein Netzteil liegt der Packung leider nicht bei. Der Vifa Reykjavik ist hervorragend verarbeitet. Entscheidet man sich für den Kauf eines solchen Lautsprechers, so stehen zwei unterschiedliche Varianten zur Auswahl: eine schwarze Variante und eine mit einem helleren Stoffbezug der Firma Kvadrat.
Der Ersteindruck enttäuscht nicht, man bekommt die hochwertige Verarbeitungsqualität, welche man bei Kauf eines Vifa-Produktes erwartet.
 

Funktionen des Vifa Reykjavik

 
Vifa Reykjavik Klang
Wer die anderen Vifa Bluetooth-Lautsprecher kennt, der weiß, dass man sich hier voll und ganz auf das edle Design sowie den Klang konzentriert und weniger auf die Funktionsvielfalt. Der Reykjavik hat jedoch ein wenig mehr zu bieten: So lassen sich zum Beispiel zwei Lautsprecher zu einem Stereopaar koppeln, zudem bietet der Vifa Reykjavik eine Freisprechmöglichkeit für Smartphones. Was jedoch fehlt ist eine Möglichkeit den Lautsprecher mit der bekannten Vifa-App zu koppeln um somit bspw. Updates aufzuspielen oder verschiedene Sound-Tunings wie den beliebten Late-Night-Modus zu wählen. Das ist sehr schade, do dazu später mehr unter „Klang“.
 

Klang des Vifa Reykjavik

 
Die großen Brüder Helsinki und Oslo können beide durch eine hervorragende Klangperformance glänzen. Präzise Tieftonwiedergabe, klare Mitten und brillante, hochauflösende Höhen. Somit war die Erwartung an den kleinen Reykjavik sehr groß, wird doch auf der eigenen Webseite mit einem Frequenzbereich zwischen 62 Hz und 20 kHz bei +/- 3 dB geworben. Bei den anderen Vifa-Lautsprechern waren diese Angaben stets sehr dicht an dem, was man auch erhält. Beim Reykjavik sieht dies jedoch leider etwas anders aus. Bereits beim ersten Hören merkt man, dass es dem Lautsprecher gänzlich an Fundament fehlt. Höhen und Mitten werden klingen brillant und lösen wunderbar auf, aber der Tieftonbereich ist, besonders bei geringen Lautstärken, bestenfalls zu erahnen. Zwar kann der Lautsprecher den Bass auch bei höheren Lautstärken halten, aber unterhalb 50% der Maximallautstärke klingt er einfach zu dünn. Und genau hier ist es um so tragischer, dass der Reykjavik nicht über die App-Unterstützung verfügt wie bspw. die größeren Brüder. Ein Late-Night Modus, der den Tieftonbereich um einige dB anheben würde, könnte hier dazu führen, dass wir ein kleines Hifi-Wunder vor uns hätten. Aber so fehlt dem Reykjavik einfach etwas.
 Vifa Reykjavik Frequenzgang
Der Frequenzgang wurde unter realen Bedingungen gemessen: Der Lautsprecher steht auf einem Tisch, das Messmikrofon (UMIK-1) misst aus einem Abstand von 50 cm aus einem 45 Grad Winkel (Hörposition bei Platzierung auf einem Tisch). Hier ist gut zu erkennen, dass der Tieftonbereich bereits oberhalb von 100 Hz anfängt abzufallen. Gerade bei geringen Lautstärken ist das menschliche Gehör weniger gut in der Lage tiefe Frequenzen wahrzunehmen. Da hier auf eine dynamische Bassanhebung verzeichtet wird, klingt der Lautstärke bei geringeren Lautstärken immer dünner. Das ist wirklich sehr schade, denn der subjektive Klangeindruck ist in Bezug auf die Mitten- und Höhenwiedergabe hervorragend.
Bei maximaler Lautstärke und intensiven, bassstarken Musikstücken bleibt der Reykjavik bei der Wiedergabe leider auch nicht ganz sauber. Insgesamt hätte der kleine Vifa-Lautsprecher noch ein wenig mehr Feintuning und eine Möglichkeit zur Bassanhebung via App vertragen können.

Klang des Vifa Reykjavik im Video (alte Firmware 4.2)

 

Bitte unbedingt mit Kopfhörern hören!

The music was provided by NCS:
Unknown Brain – Superhero (feat. Chris Linton) [NCS Release]
Youtube-Links und Social-Media-Infos finden sich in der Youtube Video-Beschreibung!
 

Klang des Vifa Reykjavik im Video (neue Firmware 5.3)

 

Fazit

 
Was bleibt also letzten Endes zum neuen Vifa Reykjavik zu sagen? Es ist sehr schade, aber hier wurde sehr viel Potential verschenkt. Wenn der Tieftonbereich etwas „runder“ wäre und nicht bereits ab 120 Hz abfallen würde, sondern sein Niveau bis 70 oder 80 Hz halten könnte, dann hätten wir hier wohl definitiv einen der besten kleinen Bluetooth-Lautsprecher. So jedoch fehlt ihm leider das Fundament. Die Wiedergabe der Mitten und Höhen ist subjektiv wirklich toll, aber das reicht eben nicht aus, schon gar nicht bei einer UVP von 199 Euro. Spielt man ein wenig mit einem Equalizer und hebt beispielsweise den Bereich zwischen 80 und 90 Hz um ein paar dB an, so wird der Klang wesentlich voller ohne, dass der Treiber an seine Grenzen stößt. Hier wäre also noch Potential vorhanden gewesen. Am Ende bleibt (zumindest zu jetzigen Stand zum Release) ein sehr gut verarbeiteter Bluetooth-Lautsprecher mit einem recht dünnen, dafür aber sehr gut auflösenden, detailreichen Klang.

UPDATE zum Firmware-Update 5.3:
Update Vifa Reykjavik neu 5.3
Mit dem Update auf Firmware 5.3 (Ende Januar 2018) hat Vifa am Sound des Reykjavik geschraubt. Klang der Bluetooth-Lautsprecher unter Version 4.2 noch sehr dünn, so führt das Update zu einem wesentlich ausgewogeneren Klangbild. Insgesamt misst sich der Frequenzgang des Reykjavik etwas linearer. Der Tieftonbereich reicht nun bis fast 60 Hz herab, hierdurch klingt er nun voller. Leider jedoch weiterhin ohne dynamische Bassanhebung, wodurch er leise noch dünn klingt. Erst ab etwas 40% Lautstärke wird der Klang satter. Die Brillanz im Hochtonbereich wurde mit dem Update leider auch etwas zurückgefahren. Dadurch kann der Reykjavik für den ein oder anderen eventuell etwas langweilig klingen. Insgesamt aber ist der Sound mit dem neuen Update etwas „massentauglicher“ geworden.


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Pros und Cons des Vifa Reykjavik

 

Pros Cons
– top Verarbeitung
– sehr stylisch
– sehr ausgewogene Klangwiedergabe
– Laden via USB C
– leise klingt er etwas dünn

Ursprüngliche Wertung zur alten Firmware 4.2
Reykjavik Wertung

Wertungsupdate zur Firmware 5.3
Reykjavik neu